Spitzbergen: Wo die Eisbären zu Hause sind
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Erfahrungsberichte
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07.09.2026
Eisbären in freier Wildbahn, gewaltige Gletscher, endloses Packeis und die faszinierende Stille der Arktis: Eine Expedition rund um Spitzbergen führt in eine Welt, die kaum weiter von unserem Alltag entfernt sein könnte. Im Juli 2026 begleitete unsere Kollegin Nadine eine Luxemburger Reisegruppe an Bord der HANSEATIC nature. Was sie dort erlebte, wird sie so schnell nicht vergessen.
Kurs Nord: einmal rund um Spitzbergen
Am 18. Juli 2026 machten sich knapp 20 Reisende aus Luxemburg auf den Weg in den hohen Norden. Über Frankfurt ging es nach Tromsø, wo bereits die HANSEATIC nature von Hapag-Lloyd Cruises auf ihre Gäste wartete. Noch am selben Abend hieß es „Leinen los“ – und vor der Gruppe lag ein ganz besonderes Abenteuer: die komplette Umrundung Spitzbergens.
Ein Wunsch verband wohl fast alle an Bord: einmal einen Eisbären in freier Wildbahn zu sehen. Nicht im Zoo oder auf einer Aufnahme, sondern dort, wo er wirklich zu Hause ist – zwischen Eis, Gletschern und der scheinbar endlosen Weite der Arktis.
Nach einer ersten stürmischen Nacht beruhigte sich die See. Die Wolken gaben den Blick auf die eindrucksvolle Landschaft frei und schon bald waren die ersten Anlandungen und Fahrten mit den Zodiacs möglich.
Die Expedition konnte beginnen.
Endlich: der erste Eisbär!
Am 22. Juli war es so weit. In Sundneset entdeckte die Gruppe ihren ersten Eisbären.
Noch lag er weit entfernt und war mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Träge ruhte er hinter einem Felsen und ließ sich von der Begeisterung seiner Beobachter nicht aus der Ruhe bringen. Aus sicherer Entfernung und begleitet von den obligatorischen Eisbärenwächtern konnte die Gruppe ihn beobachten.
Der erste Eisbär in freier Wildbahn – ein Moment, auf den alle gehofft hatten.
Doch es sollte längst nicht bei dieser einen Begegnung bleiben. Im Laufe der Expedition folgten weitere, ganz unterschiedliche Sichtungen: ein einzelner Eisbär, der durch die arktische Landschaft wanderte, eine Eisbärenmutter mit ihrem Jungen nahe einer Walrosskolonie – während wie zur Krönung des Moments auch noch Belugas vorbeischwammen – und eine weitere Mutter mit ihrem Jungen unter mächtigen Vogelfelsen.
Besonders eindrucksvoll wurde schließlich eine Begegnung vom Zodiac aus. Eine Eisbärenmutter und ihr etwa zweijähriges Junges ließen sich aus erstaunlicher Nähe beobachten. Zwei Eisbären mitten in dieser gewaltigen Landschaft und in ihrem natürlichen Lebensraum – ein Anblick, der wohl niemanden an Bord unberührt ließ.
Und Spitzbergen hatte tierisch noch sehr viel mehr zu bieten.
Walrosse ruhten an den Küsten, Rentiere zogen durch die karge Landschaft, Robben tauchten im Wasser auf und kleine Polarfuchsbabys sorgten für einen der vielleicht niedlichsten Momente der Reise.
Spektakulär waren auch die Vogelfelsen, an denen Hunderttausende Dickschnabellummen nisteten. Die Reisenden konnten sogar beobachten, wie die Elterntiere ihren Nachwuchs dazu animierten, die schützenden Felsen zu verlassen und den ersten großen Schritt in ein selbstständiges Leben zu wagen.
Die Arktis zeigte sich als das, was sie ist: rau und ursprünglich – und gleichzeitig unglaublich lebendig.
Nur noch 950 Kilometer bis zum Nordpol
Dann kam der 25. Juli – und eine spontane Entscheidung von Kapitän Ulf Sodemann.
Die HANSEATIC nature setzte ihren Kurs noch weiter nach Norden. Das Ziel: das Packeis.
Schließlich überquerte das Schiff den 81. Breitengrad. Bis zum geografischen Nordpol waren es von hier aus nur noch rund 950 Kilometer.
Langsam bahnte sich die HANSEATIC nature ihren Weg durch unzählige Eisschollen. Rundherum nichts als Eis, Meer und die scheinbar endlose Weite der Arktis. Das Knirschen und Knacken des Packeises, die unglaubliche Stille und das Wissen, sich an einem der nördlichsten erreichbaren Orte der Erde zu befinden, machten diesen Moment zu einem der Höhepunkte der gesamten Reise.
Fast surreal wurde das Erlebnis durch die Mitternachtssonne. Während das Schiff nachts durch das Packeis fuhr, blieb es taghell. Die Sonne geht zu dieser Jahreszeit hier oben nicht unter.
Mitten in der Nacht. Mitten im Eis. Und nur noch rund 950 Kilometer vom Nordpol entfernt.
Ein Moment, der Gänsehaut hinterlässt.
Dinosaurier, heiße Quellen und eiskaltes Wasser
Wer bei Spitzbergen ausschließlich an Eis und Schnee denkt, wird schnell eines Besseren belehrt. Denn die Inselgruppe steckt voller Überraschungen.
Eine davon führt Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit. Damals befand sich Spitzbergen noch nicht an seiner heutigen Position im hohen Norden. Das Klima war wesentlich wärmer, üppige Vegetation prägte die Landschaft – und Dinosaurier durchstreiften die Region.
Bis heute sind ihre Fußspuren im Gestein erhalten. Mitten in der heutigen Arktis dort zu stehen, wo einst Dinosaurier unterwegs waren, gehört sicherlich zu den ungewöhnlicheren Momenten einer Spitzbergen-Reise.
Nicht weniger überraschend: heiße Quellen inmitten der rauen Landschaft. Baden ist hier selbstverständlich tabu. Bei einer Expedition durch dieses sensible Ökosystem gilt es, möglichst keine Spuren zu hinterlassen und die Natur nicht zu beeinträchtigen.
Wer trotzdem unbedingt in Spitzbergen ins Wasser wollte, bekam später noch seine Chance – allerdings am anderen Ende der Temperaturskala. Beim Sprung ins eiskalte arktische Meer wagten sich tatsächlich einige Mutige ins Wasser.
Eine Erfahrung, bei der vermutlich spätestens beim anschließenden Aufwärmen wieder alle einer Meinung waren.
Wenn ein Gletscher seine Kraft zeigt
Eis gehört natürlich trotzdem zu den ganz großen Protagonisten einer Reise durch Spitzbergen.
Mit dem Negribreen und dem Monacobreen erlebte die Gruppe zwei der mächtigen Gletscher aus nächster Nähe. Erst vor diesen gewaltigen Eisriesen werden die Dimensionen der arktischen Landschaft wirklich greifbar.
Am Monacobreen wartete ein ganz besonderer Moment.
Ein Teil des Gletschers brach mit gewaltiger Kraft ab und stürzte ins Meer. Wenig später erreichte die dadurch ausgelöste Welle die Gruppe auf dem Wasser.
Das Kalben eines Gletschers nicht nur zu sehen und zu hören, sondern seine Kraft wenige Augenblicke später selbst zu spüren, gehört zu jenen Erlebnissen, die sich kaum planen lassen – und gerade deshalb lange in Erinnerung bleiben.
Expedition am Tag, 5-Sterne-Komfort am Abend
So außergewöhnlich die Erlebnisse draußen waren, so angenehm war der Kontrast an Bord der HANSEATIC nature.
Denn Expeditionsreise bedeutet keineswegs, auf Komfort verzichten zu müssen. Nach Zodiacfahrten, Anlandungen und Stunden in der arktischen Natur warteten an Bord 5-Sterne-Service, kulinarische Vielfalt und genügend Möglichkeiten, die Erlebnisse des Tages in aller Ruhe Revue passieren zu lassen.
Ein wichtiger Teil des Expeditionskonzeptes waren außerdem die täglichen Vorträge der Lektoren und Experten. Sie vermittelten Hintergrundwissen zu Landschaft, Tierwelt und Geschichte der Region, ordneten das Erlebte ein und bereiteten die Gäste auf die kommenden Etappen vor.
So bekam vieles, was draußen zunächst einfach überwältigend erschien, noch einmal eine ganz andere Tiefe.
Und auch die Crew sorgte immer wieder für Überraschungen: vom spontanen „Polar-Pølser“ am Pool bis zum Officers’ Cocktail mit der HANSEATIC nature Crew Band.
Beim Captain’s Farewell Cocktail wurde schließlich deutlich, dass sich eine ganz besondere Reise ihrem Ende näherte. Der Shanty-Chor der Crew sorgte für die passende Portion Wehmut – und auch die traditionelle Souvenir-Seekarte dieser Spitzbergen-Expedition trat nach einer Versteigerung schließlich die Heimreise nach Luxemburg an.
Was eine Expeditionsreise so besonders macht
Eine Reise wie diese lässt sich nicht bis ins letzte Detail planen – und genau darin liegt ein Teil ihres Reizes.
Wetter, Eisverhältnisse und Tierwelt bestimmen den Tagesablauf mit. Eine geplante Anlandung kann sich verändern, eine Zodiacfahrt kurzfristig möglich werden oder der Kapitän entscheidet, wie auf dieser Reise, spontan Kurs auf das Packeis zu nehmen.
Auch Tierbeobachtungen lassen sich nicht bestellen. Niemand kann garantieren, wann und wo ein Eisbär auftaucht, ob Belugas vorbeiziehen oder sich ein Polarfuchs zeigt.
Eine Expeditionsreise verlangt deshalb etwas Flexibilität und Neugier. Dafür eröffnet sie Möglichkeiten, die auf einer klassischen Reise kaum entstehen würden.
Nicht zu wissen, was der nächste Tag bringt, ist hier kein Nachteil.
Es ist Teil des Abenteuers.
Eine Reise, die bleibt
Für Reisebegleiterin Nadine gehört diese Spitzbergen-Expedition zu den schönsten Reisen, die sie bisher erleben durfte.
Und erstaunlicherweise sind es neben Eisbären, Walrossen und mächtigen Gletschern manchmal gerade die kleinen Dinge, die besonders tief in Erinnerung bleiben: das Knirschen und Knacken des Eises, das dumpfe Grollen, wenn die HANSEATIC nature auf das Packeis trifft, die endlose Weite – und vor allem diese unglaubliche Ruhe.
Eine Ruhe, die in unserem Alltag selten geworden ist.
Weit weg von Straßen, Terminen und Hektik scheint die Welt plötzlich langsamer zu werden. Man schaut hinaus auf Eis, Meer und Himmel und merkt, wie wenig es braucht, um einfach nur dazusitzen, zu staunen und den Augenblick zu genießen.
Spitzbergen entschleunigt.
Am Ende nahm die Gruppe deshalb weit mehr mit zurück nach Luxemburg als Fotos und Erinnerungsstücke: Bilder von Eisbären und Walrossen, mächtigen Gletschern und endlosem Packeis. Besondere Begegnungen und gemeinsam erlebte Momente. Und das Gefühl, für einige Tage in eine Welt eingetaucht zu sein, die kaum weiter von unserem Alltag entfernt sein könnte.
Eine Reise ans Ende der Welt – und eine Reise, die bleibt.
Emile Weber – Ihr führender Reiseexperte in Luxemburg
Mit Emile Weber reisen heißt, unbeschwert unterwegs zu sein. Wir begleiten Reisende mit Leidenschaft und Know-how. Unsere Travel Designer kennen nicht nur die besten Reiseziele, sondern auch die kleinen, feinen Unterschiede vor Ort – und planen mit größter Sorgfalt jeden Moment Ihrer Reise. Von Transfers und Hotels über Ausflüge bis zu exklusiven Erlebnissen: Wir kümmern uns um alles. Für Sie bleibt nur eins – das Reisen zu genießen.