Mit Hund durch Schottland - 18 Tage Freiheit auf vier Pfoten

  • Erfahrungsberichte

  • 02.09.2026

Kann man mit dem Hund entspannt nach Schottland reisen? Nach 18 Tagen, einer Fährüberfahrt, Tiny Houses, Cottages, einer Jurte und unzähligen Spaziergängen können wir ganz klar sagen: Ja. Und es war sogar eine unserer schönsten Reisen.

Warum Schottland – und warum mit dem eigenen Auto?

Schottland stand schon lange auf unserer Wunschliste. Nicht wegen einer einzelnen Sehenswürdigkeit, sondern wegen des Gesamtgefühls: wilde Landschaften, schmale Straßen, kleine Fischerdörfer, geheimnisvolle Lochs und diese besondere Mischung aus Freiheit, Ruhe und Abenteuer. Dazu kommen gemütliche Pubs, herzliche Menschen und eine beeindruckende Vielfalt – manchmal verändert sich die Landschaft innerhalb weniger Kilometer komplett.

Wer nach Schottland reist, sollte allerdings nicht jeden Tag Sonnenschein erwarten. Das Wetter gehört hier zum Erlebnis: Sonne, Wind und Regen können sich innerhalb weniger Minuten abwechseln. Doch gerade das wechselnde Licht lässt die Highlands immer wieder anders aussehen. Gute Kleidung ist deshalb wichtiger als eine perfekte Wettervorhersage.

Wir sind mit dem eigenen Auto von Luxemburg nach Amsterdam gefahren und von dort mit der Fähre nach Newcastle übergesetzt. Mit dem eigenen Auto zu reisen, war für uns definitiv die richtige Entscheidung: Wir konnten alles mitnehmen, was wir unterwegs brauchten, mussten uns keine Gedanken über Gepäcklimits machen und blieben während der gesamten Reise flexibel. Gerade mit Hund ist das ein großer Vorteil – von seinem gewohnten Körbchen über Futter bis hin zu Regenkleidung und Wanderschuhen fand alles problemlos Platz.

Die lange Fährüberfahrt würden wir beim nächsten Mal allerdings anders planen. Auch wenn die Verbindung Amsterdam–Newcastle praktisch ist, war die viele Zeit an Bord für uns – und besonders mit Hund – weniger angenehm als erwartet. Bei einer nächsten Reise würden wir vermutlich die kürzere Fähre von Calais nach Dover nehmen und dafür einen Zwischenstopp in England einplanen. Die Anreise dauert dadurch zwar länger, lässt sich aber in entspanntere Etappen aufteilen – und unterwegs entdeckt man vielleicht schon den ersten schönen Ort, bevor Schottland überhaupt beginnt.

Eines würden wir jedoch jederzeit wieder genauso machen: mit dem eigenen Auto reisen. Juno kannte ihren Platz, wir konnten jederzeit Pausen einlegen und waren in Schottland vom ersten Moment an vollkommen unabhängig.

Und ja: In Schottland herrscht Linksverkehr. Daran gewöhnt man sich überraschend schnell. Viel mehr Aufmerksamkeit verlangen die schmalen Straßen, die sogenannten Single Track Roads. Doch auch sie gehören zum Erlebnis – spätestens dann, wenn hinter der nächsten Kurve plötzlich Schafe auf der Straße stehen oder sich der Blick auf einen einsamen See öffnet.

Für uns war schnell klar: Schottland entdeckt man nicht nur am Ziel, sondern vor allem unterwegs.

Unsere Highlights: Schottland, wie wir es lieben

Was ist das Schönste an Schottland? Für uns lässt sich diese Frage kaum mit einem einzigen Ort beantworten. Es war vielmehr die unglaubliche Abwechslung: lebendige Städte und stille Küsten, weite Berglandschaften, kleine Fischerdörfer und Straßen, auf denen schon die Fahrt zum Erlebnis wird. Einige Orte sind uns dabei ganz besonders in Erinnerung geblieben.

Port Seton und Edinburgh: Küstenruhe trifft Hauptstadtleben

Unsere ersten Tage verbrachten wir in Port Seton an der schottischen Ostküste. Der kleine Küstenort war für uns ein wunderbar ruhiger Ausgangspunkt, um erst einmal anzukommen und gleichzeitig Edinburgh zu besuchen.

Gerade dieser Kontrast hat uns gefallen: auf der einen Seite das entspannte Leben am Meer, auf der anderen die lebendige schottische Hauptstadt mit ihrer eindrucksvollen Architektur, den historischen Gassen und der besonderen Atmosphäre. So konnten wir Edinburgh entdecken und am Abend wieder an die ruhigere Küste zurückkehren – für uns eine ideale Kombination.

Der Cairngorms National Park: Schottland von oben

Rund um Aviemore zeigte Schottland zum ersten Mal seine wilde, bergige Seite. Der Cairngorms National Park gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften unserer Reise: weit, ursprünglich und immer ein wenig rau.

Ein absolutes Highlight war für uns der Cairngorm Summit Walk. Der Weg hinauf war ein echtes Erlebnis und oben wurden wir mit einem großartigen Gefühl von Weite belohnt. Genau in solchen Momenten versteht man, warum man nach Schottland gekommen ist: Man steht mitten in einer mächtigen Landschaft, der Wind weht einem um die Nase und der Alltag scheint plötzlich sehr weit entfernt.

Die Black Isle: ein stiller Gegenpol

Auch die Black Isle hat uns mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre überrascht. Die Halbinsel liegt abseits der ganz großen Besucherströme und wirkt vielerorts angenehm ruhig und ursprünglich. Küstenorte, weite Blicke über das Wasser und viel Natur machen sie zu einem wunderbaren Zwischenstopp auf dem Weg in den Norden.

Es ist vielleicht nicht der Ort, der auf jeder klassischen Schottland-Liste ganz oben steht – aber gerade das machte für uns seinen Reiz aus. Die Black Isle steht für jene stillen Entdeckungen, die man nicht unbedingt geplant hat und die einem trotzdem besonders in Erinnerung bleiben.

Kylesku und der Nordwesten: wild, einsam und spektakulär

Je weiter wir in den Nordwesten fuhren, desto eindrucksvoller wurde die Landschaft. Rund um Kylesku erwartete uns genau das Schottland, von dem wir geträumt hatten: schroffe Berge, tief eingeschnittene Lochs, einsame Straßen und hinter jeder Kurve ein neuer Ausblick.

Hier war oft schon das Unterwegssein das eigentliche Highlight. Man fährt langsamer, hält immer wieder an und merkt, dass Entfernungen in Schottland nicht nur in Kilometern gemessen werden sollten. Für uns war diese Region eine der schönsten der gesamten Reise – wild und abgeschieden, aber gerade deshalb so faszinierend.

Badachro und Shieldaig: kleine Orte mit großer Wirkung

Badachro und Shieldaig stehen für die ruhigeren Momente unserer Reise. Kleine Küstenorte, geschützte Buchten und eine Landschaft, die keine großen Attraktionen braucht, um zu beeindrucken.

Hier ging es weniger darum, möglichst viel zu sehen. Viel schöner war es, einfach spazieren zu gehen, auf das Wasser zu schauen und das langsame Tempo zu genießen. Gerade mit Juno waren diese Tage besonders angenehm: viel Natur, viel Platz und kein dichtes Besichtigungsprogramm. Manchmal sind es genau diese unspektakulären Momente, die eine Reise besonders machen.

Isle of Skye und Glencoe: Schottlands große Landschaften

Die Isle of Skye und Glencoe gehören zu den bekanntesten Regionen Schottlands – und dennoch haben sie uns nicht enttäuscht. Skye begeistert mit dramatischen Küsten, markanten Bergen und einer Landschaft, die sich mit dem Wetter ständig verändert.

Glencoe fühlte sich noch einmal ganz anders an: mächtig, geheimnisvoll und beinahe ein wenig ehrfürchtig machend. Zwischen den steilen Berghängen wird man selbst plötzlich ganz klein. Für uns war die Region ein würdiger Abschluss unserer Zeit in den Highlands – und einer dieser Orte, die auf Fotos wunderschön aussehen, in Wirklichkeit aber noch viel stärker wirken.

Am Ende waren es nicht nur die berühmten Sehenswürdigkeiten, die Schottland für uns so besonders gemacht haben. Es waren die Kombination aus bekannten Landschaften und stillen Entdeckungen, die Fahrten über schmale Straßen, spontane Stopps und die vielen Momente draußen mit Juno. Genau dafür hat sich diese Reise gelohnt.

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